[Rezension] Maschinenengel | Dominik A. Meier

Hallihallo ihr lieben BooktasticsđŸ€—đŸ’•
Ganz im Sinne des etwas dĂŒsteren Herbstes, wenn alle BlĂ€tter hinabfallen, Pflanzen langsam entschlafen und die Tierchen sich fĂŒr den Winter vorbereiten, habe ich heute eine Dystopie mit Endzeitstimmung fĂŒr euch. Und nicht nur irgendeine Dystopie, sondern „Maschinenengel“ von Domink A. Meier! An dieser Stelle möchte ich gleich erwĂ€hnen, dass es sich bei dem Buch um ein Rezensionsexemplar handelt, wobei dies natĂŒrlich nicht meine Meinung beeinflusst und mich noch einmal bei dem lieben Dominik fĂŒr die Bereitstellung von jenem bedanken. Na gut, genug geredet, lasst uns endlich mit der eigentlichen Rezi beginnen:

Inhalt

Uns allen ging es frĂŒher oder spĂ€ter so. Manche zerbrachen daran, manche lernten, damit zu leben. Und ich hoffte von ganzem, dass diese Ängste Ira dazu bringen wĂŒrden, die schönen Dinge des Lebens zu genießen – S 29

Stell dir vor, du musst in einer Welt leben, die nur von einem bestimmt ist: Dem Überleben. An dem jeder Tag dein letzter sein könnte. Wo Kreaturen, die keine menschlichen ZĂŒge mehr besitzen, hinter jeder Ecke lauern können, jede Mahlzeit deine letzte sein könnte. Wo du gegen Leute antreten musst, die du einmal gekannt, ja vielleicht sogar, geliebt hast. Wie aus dieser Hölle entkommen? Im Endefekt gibt es genau 3 Lösungen, wobei keiner davon dein Überleben sicher wird. Entweder in den Dienst des Institutes treten, welches dich auf Missionen schickt, die unmenschlich und lebensgefĂ€hrdent sind, oder doch in den Gassen der StĂ€dte ausharren und auf den Tod warten und zu guter letzt den einfachsten Weg wĂ€hlen und sterben. In solch einer deprimierenden Umwelt gibt es wohl nur eines, welches dich weiter Leben lĂ€sst: Die Liebe. So geht es auch dem Leader Rah. Nachdem er langsam an dem Sinn seines Lebens zu zweifeln beginnt, lernt er Ira kennen und verliebt sich augenblicklich in sie. Doch die große Freude verbleibt nur kurz, den schnell muss Rah der Wahrheit ins Auge sehen: Nicht nur, dass sie beide in einer höchst gefĂ€hrlichen Zeit leben, wo jeder Schritt ihr Letzter sein könnte, sondern zu allem Überfluss gehört seine Freundin auch noch jenen AuserwĂ€hlten an, die nach ihrer Berufung nur noch selten und im gleichen Wesensebild gesehen werden…

Meine Gedanken

Ich gebe „Maschinenengel“ von Dominik A. Meier 4 von 5 Sterne

4 Sterne

Um nun mit meinem Beitrag zu beginnen, muss ich gleich einmal am Anfang loswerden, dass ich lange ĂŒberlegt habe, ob ich dem Buch 3,5 oder 4 Sterne geben soll. Im Endeffekt habe ich mich, wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, fĂŒr 4 Sterne entschieden. Wieso? Das erfĂ€hrt ihr jetzt:

Bevor ich etwas ĂŒber den Aufbau, die Geschichte und alles was mir noch so einfĂ€llt spreche, möchte ich noch ein bisschen etwas ĂŒber die Charaktere des Buches verlieren. Zuerst einmal eine wichtige Grundinfo und zwar ist Maschinengel in der, von mir heißgeliebten, Ich-Perspektive verfasst worden. Dadurch erfĂ€hrt man natĂŒrlich ĂŒber GefĂŒhle des Protagonisten, Rah, am Meisten und kann (oder sollte zumindest) sich dadurch sehr gut in ihn hineinversetzt können. Ich muss gleich sagen, dass ich eine grĂ¶ĂŸere Sympatie fĂŒr Ira, Rahs Freundin, aufbringen konnte, jedoch ist das gerade eigentlich ziemlich unwesentlich.

Eigentlich war es besser, wenn man gar nicht wusste, womit man es zu tun hatte. Dann musste man sich nicht so große Sorgen machen, sparte sich jede Menge Gedanke und musste, wenn man darauf traf, einfach schauen, dass man ĂŒberlebte – S 175

Also, zurĂŒck zu Rah. Gleich zu Beginn des Buches kann man erkennen, dass Rah keine besonders großen AnsprĂŒche an sein Leben stellt, nur in den Tag lebt und ein etwas grĂ¶ĂŸere Agression in sich aufgestaut hat bzw. diese auch sehr gerne hinauslĂ€sst. Ein kleiner Funfakt: ungefĂ€hr bis zum Viertel des Buches war ich mir 100% sicher, dass Rah eine Frau ist! Ich weiß bis heute nicht, ob ich einfach etwas ĂŒberlesen habe oder das Offensichtliche nicht verstanden habe, aber auf jeden Fall war es sehr verwirrend und interessant als ich erkannt habe, dass Rah keine weibliche Person war. Aber, zurĂŒck zum Thema: Rah kann man wohl als typischen Vertreter dieser Endzeitstimmung  und des Sodaten sehen: immer gereizt, nicht sehr mitfĂŒhlend und auch nicht hinterfragend. Ja, dieser nicht vorhandene Drang, Dinge zu hinterfragen, den Ursprung zu entdecken oder einfach einen Grund zu finden, wieso man das tut was man tut, der hat mir wohl sehr bei Rah gefehlt. Ich wĂŒrde das sogar als naiv beschreiben oder im englischen Wortschatz, da mir anscheinen gerade die deutsche Sprache entfallen ist, „Not-caring“. Klar, das soll seinen Charakter und seine Person ausmachen, trotzdem war mir das nicht das Liebste bei unserem Protagonisten.

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An zweiter Stelle wĂ€re da noch Ira. Sie lernt man als fast immer gut gelaunt, etwas zurĂŒckhaltende und mitfĂŒhlende Person kennen – nicht zu vergessen ihre Liebe zu flauschigen, kuscheligen Dingen! Die Besonderheit an Ira ist, meine Meinung nach, der Wandel, welchen man im Laufe des Buches verfolgen kann. Anfangs etwas schĂŒchtern und Ă€ngstlich entwickelt sie sich, mit Rah an ihrer Seite, zu einer starken, unabhĂ€ngigen Persönlichkeit. Wobei, ich wĂ€re wohl auch etwas eingeschĂŒchtert, wenn ein Institut hinter mit her wĂ€re, um irgendwelche VerĂ€nderungen an mir vor zu nehmen. An alle nicht so Beziehungsbegeisterten da draußen: Keine Sorge, die Liebesgeschichte nimmt keinen großen Teil der Geschichte ein, ich erwĂ€hnen sie nur immer gerne (noch dazu brauche ich eine „Bussi-Bussi-Geschichte“ okay! Sie sind toll), vor allem aber ist sie ziemlich sĂŒĂŸ.

Es gibt das, was ist, das, was war, das was sein wird und das, was sein könnte. Ein ewiger Kreislauf. Unendlich viele Variationen der RealitĂ€t, die alle gleichzeitig sind und nicht sind – S 157

Wenn wir schon bei Figuren sind, muss ich kurz einmal etwas anderes loswerden, nĂ€mlich gibt es so viele davon! „Lilli, es ist ein Buch, mit einer Gesichichte, was erwartest du dir, da gibt es nun mal Personen“ – Ja, ich weiß, aber im Laufe der Story tauchen so unglaublich viele auf, sodass ich erstens, etwas den Überblick verloren habe und zweitens zu wenig von ihnen erfahren konnte! In einer Szene sind plötzlich neue Charaktere da, mit denen ich mich vielleicht anfreunden hĂ€tte können, und nach diesem kurzen Einblick erfahre ich nie wieder etwas ĂŒber sie. Sind sie tot? Leben sie noch? Ich weiß es nicht!

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Da gerade das Stichwort „Szene“ gefallen ist, ja, ich schriebe absichtlich von Szenen und nicht Kapiteln, werde ich gleich darĂŒber erzĂ€hlen. Wieso Szenen fragt ihr euch? Es ist so, dass mich das Buch wĂ€hrend dem Lesen öfters an ein Drama erinnert hat (nicht in Form von Drama wie Tragödie, sondern das tatsĂ€chliche Drama mit Akten unddergleichen). WĂ€hrend dem gesamten Buch entsteht viele kleine Spannungsbögen, welche man auch als einzelne Geschichten sehen könnte. Ihr mĂŒsst euch das so wie eine Sinusfunktion (ups, da kam gerade unser Mathe-Test durch), sagen wir lieber wie Wellen, vorstellen. Man wird von einem Akt in den anderen geschleudert. Wie in Dramen so ĂŒblich zuerst in einer Aufbauphase, in der das Problem dargestellt wird, danach in einer Überlegungsphase, mĂŒndend zum Höhepunkt und abebbend mit dem Nachklang. So kommt man wĂ€hrend dem Lesen niemals zur Ruhe und fĂŒhlt sich allmĂ€hlich wie auf einer Entdeckungsreise, immer auf den roten Faden wartend.

„Du verarscht mich! Ihr habt diesen Wahnsinn ĂŒberlebt?“, rief sie und lachte. „Ja krass! Und ihr wollt freiwillig mehr? Wobei, was frage ich eigentlich! Ihr habt schließlich ein ganzes Dorf abgefackelt! Ha! Ihr wolltÂŽs echt wissen, was? Ihr…brennt fĂŒr den Job!“ – S 292

Ich persönlich bin eher ein Fan von dem roten Faden und möchte gerne nach der Zeit wissen, welche Aufgabe mein Protagonist zubewĂ€ligen hat, vor welcher Frage er steht oder wer der Feind, oder zumindest angeblicher, ist. Wenn man es aus dieser Perspektive betrachtet, ist Maschinenengel etwas zu sprunghaft. Wenn man jedoch einfach einmal in ein Geschehen hineingeworfen werden will, niemals genau ahnend, worum es genau geht, wie das Buch enden wird, welche Plottwist oder großen Wendungen das Buch noch einnehmen wird, ist hier wohl genau richtig.

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Noch etwas anderes, was mich nicht ĂŒberglĂŒcklich gestimmt hat, ist das man nie genau erfĂ€hrt, in welcher Umwelt das Buch spielt. Es ist zwar SelbsterklĂ€rend, dass das Buch in einem Weltuntergangsszenario spielt und es Wesen gibt, die nichts gutes fĂŒr die Menschen wollen, jedoch weiß ich leider noch immer nicht genau von welchem Krieg die ganzen Zeit im Buch gesprochen wird oder welcher Verbrechen das Institut gemacht hat. Was ist dieses Institut ĂŒberhaupt? Möglicherweise war auch das eine Absicht des Autors, den Leser in Unwissenheit und Fragen im Kopf zurĂŒck zu lassen, jedoch verlĂ€sst mich einfach nicht das GefĂŒhl, dass ich das im ersten Band erfahren hĂ€tte. Ja genau, bei Maschinengel handelt es sich um eine Nachfolgeband, jedoch kann er als einzelner gelesen werden, so sagt es zumindest die Website. Doch wie gesagt, vielleicht soll man nicht so genau erfahren, was es mit dieser allbeherrschenden Macht auf sich hat. Aber ich will es wissen okay! Wie kam es zu dem Ende der Welt? Wie kamen die ganzen neuen Technologien auf? Und wie um alles in der Welt lĂ€uft dieses System? So viele unbeantwortete Fragen…Eine andere Frage, die mir in meinem Kopf brennt ist auch der Sinn dieser Soldaten, wartet einmal, Sinn ist nicht das Wort was ich suche. Worauf ich hinauswill ist, welche Macht die Krieger besitzen und wieso?

Einen WĂ€chter zu beschreiben, war, als wollte man das Meer beschreiben. Man konnte auch nicht einfach sagen, es war ein großer Teich mit Salzwasser. Es war so viel mehr und entfaltete aus jedem Blickwinkel tausende und abertausende einzelner Aspekte – S 88

Kennt ihr dieses GefĂŒhl, wenn ihr merkt, oder zumindest denkt, dass euch irgendetwas vorenthalten wird? Dieses hatte ich irgendwie die ganze Zeit ĂŒber wĂ€hrend ich mit dem Buch beschĂ€ftigt war. Wobei ich gerade eine total schlĂŒssige Theorie aufgestellt habe, die alles erklĂ€ren könnte: Wie ihr bereits gelsen habt, ist der liebe Rah nicht gerade jemand, der gerne hinterfragt. Diese Charaktereigenschaft und die ErzĂ€hlweise der Ich-Perspektive lassen es nicht zu, dass man mehr zu den Geschehnissen erfĂ€hrt, so einfach ist das! Ich weiß, das passt gerade gar nicht zum Thema, aber kennt ihr die Sesamstraße? Da gibt es ja auch so ein Lied, wo es ums Hinterfragen geht und das kam mir gerade in den Sinn: „Wer? Wie? Was? Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? Warum? Wer nicht fragt bleibt dumm. So viele Sachen, die gibt es ĂŒberall zu sehen, manchmal muss man fragen, um sie zu verstehen!“ – Tja, Rah du solltest einmal die Sesamstraße schauen, dann wĂŒsstest du jetzt ĂŒber alles Bescheid!

Fazit

Mein Fazit daraus ist wohl Vollgendes: Maschinengel ist auf jeden Fall ein Buch, welches es in dieser Form nicht sehr oft gibt. Mit seinen vielen Szenen, Geschichten und Figuren wird man gĂ€nzlich in eine Welt voller Misstrauen, Leid und Schmerz hineingeschleudert, immer auf das nĂ€chste Ereigniss wartend. Wie auch im Leben des Rah gibt es keine großen Erholungspausen, der Kampf geht immer weiter und Erholen gehört wohl nicht auf den Plan eines echten KĂ€mpfers. Falls ihr gerne Dystopien mit unvorhersehbaren Ende und vielen Handlungen und verschiedenen Ereignissen lest, sollte Maschinengel auf jeden Fall auf eure Liste.

LieblingsbeitrÀge

Leider konnte ich noch keine anderen BeitrĂ€ge zu dem Buch finden! Also los ihr BĂŒchermenschen, nehmt euch gleich das Buch zur Hand, beginnt zu lesen und vergesst nicht zu rezensieren – ich möchte hier immerhin BeitrĂ€ge verlinken!!

Falls ihr Lust auf weitere BĂŒcher des Autors habt oder einfach mal ein bisschen in seinen Schreiballtag hineinschnuppern möchtet, verlinke ich euch die Seite Hier! Schaut unbedingt einmal vorbei, alle BĂŒcher sind mit sehr viel Hingabe geschrieben worden und wollen auch nur liebe von euch!

Allgemeines

Autor: Dominik A. Meier
Verlag: SP
Seitenanzahl: 473

Danke fĂŒrs Lesen!
Lilli

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