[Rezension] Für immer und einen Herzschlag | Tamsyn Murray

Hallihallo ihr lieben Booktastics😇🎀
Heute habe ich ein ganz besonderes Buch für euch, das mich heute noch immer zu Tränen rührt. Welches mich tief berührt hat und mir wohl für immer und einen Herzschlag im Gedächtnis bleiben wird. Wenn ich genau darüber nachdenken, sollte ich mir noch schnell Taschentücher holen….

Doch bevor ich mit meiner Rezi beginne, möchte ich mich noch bei dem Thienemann-Esslinger-Verlag und Netgally für das Rezensionsexemplar bedanken. Einen besonderen Dank möchte ich auch noch an die zwei netten Ansprechdamen aus dem Verlag richten, welche mir sehr geholfen haben ♡

Inhalt

„Fragst du dich auch manchmal, ob es all das wert ist? All diese Behandlungen?“ Sie starrte mich an, als ob mir ein zweiter Kopf gewachsen wäre. „Natürlich ist es das“ – S 25

Ist ein Leben lebenswert, das man nur im Krankenhaus verbringt, ohne Normalität, ohne Freude am Leben, ohne Hoffnung? Was würdest du tun, würdest du dein ganzen Leben auf ein Herz warten, das niemals kommen wird? Wenn dieses Herz die einzige Möglichkeit auf Normalität in deinem Leben wäre? Und der Preis dafür? Man müsste mit dem Körperteil eines anderen weiterleben, so tun als wäre das normal. Johnny hat all diese Probleme, all diese Fragen in seinem Leben sind Realität, halten ihn wach, lassen ihn nicht in Ruhe. Gleichzeitig verliert Nia ihren Zwillingsbruder, muss ein Leben ohne die bis dato wichtigste Person weiterführen, weiterleben, weiteratmen. Und dann geht alles plötzlich und in Nias Kopf exestiert nur noch eine Frage: Sollen seine Organe gespendet werden? Soll einem anderen Menschen geholfen werden, ein anderes Leben gerettet werden, wenn schon sie ihren Bruder verloren hat. Schon sie trauern musste …

Meine Gedanken

Ich gebe „Für immer und einen Herzschlag“ 4,5 von 5 Sterne.

4,5 Sterne

So, womit soll ich nur beginnen? Möglicherweise mit den wundervollen Charakteren oder doch mit der viel zu realistischen Geschichte. Oder sollte ich womöglich erst einmal auf das einzigartige Cover eingehen? Vielleicht starte ich gleich einmal mit einem vollkommen anderen Thema, nämlich dem eigentlichen Grund, weshalb ich mich schon so extrem auf dieses Büchlein gefreut habe und wieso ich bereits vorher wusste, dass es keine leichte Lektüre werden wird.

So ist das, wenn man mit Zeit auf Pumpe lebt. Irgendwann geht sie einem aus. – S36

Um das nun gesagte zu verstehen, muss ich vorab einmal kurz etwas aus meinem Leben erzählen und zwar schreibe ich gerade meine VWA (so etwas ähnliches wie die „Fachbereichsarbeit“ in Deutschland…also zumindest ist das die Theorie von Kathi und mir) über das Thema Organtransplantationen und ihre Bewertung in ethischen Fragen (ich quäle euch mal nicht mit meinem Titel) und dementsprechend beschäftige ich mich schon sehr lange mit dem Thema Organspende.

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Ich muss zugeben, dass ich bis heute noch keine richtige „Meinung“ zu dem Thema entwickelt habe. Wieso? Naja, ihr sollte euch jetzt einmal folgende Fragen stellen (also wenn ihr keine Lust auf eine ethisch-physiologisches Gedankexperiment habt, solltet ihr vermutlich jetzt zum nächsten Absatz wandern🤗): Primär geht es einmal darum, ob ihr bereit währt ein Organ (natürlich nach dem Tod, also postmortal) zu spenden. Intuitiv würde ich diese Frage natürlich mit „Ja“ beantworten. Wer auch nicht? Ein anderes Menschenleben noch nach seinem Tod retten und ihm damit ein besseres, vielleicht vollkommen gesundes Leben zu ermöglichen, klingt beim ersten Mal hinhören schon nach einer sehr guten Werbestrategie. Doch überlegt man sich einmal, dass ein weiterer Teil seines „Ichs“ in einem anderen Menschen weiterleben würde, auch wenn man schon in den Tod hinabgestiegen ist, scheint das Ganze schon etwas komplexer zu sein. Um nun gleich auf die Annahme eines Spenderorgans einzugehen, stellt sich auch hier die Frage, ob es einen selbst in einer Art verändern würde, sei es körperlich oder geistig. Man muss sich vorstellen, dass ein neues Organ in den Körper eingesetzt wird. Ein Organ, welches vorher nicht da war. Ein Organ, welches einmal einem anderen Individuum „gehört“ hat. Ja, ein Organ, welches am Anfang vielleicht nicht zu einem gehören wird.

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Ihr seht, man kann das Thema der Transplantationsmedizin von allen möglichen Ebenen beleuchten. Immer wieder neue Überlegungen anstellen, ja, vielleicht sogar niemals zu einem Schluss kommen. Und all diese Gedanken und Gefühle kommen wirklich märchenhaft zur Geltung und zwar aus dem einfachen Grund, dass die Autorin nichts beschönigen, aber auch nicht zu deprimierend machen wollte. Hierbei sollte ich möglicherweise zuerst einmal erwähnen, dass das kleine Büchlein aus zwei Sichten geschrieben ist. Da wäre einmal Nia, welche gerade ihren Bruder verloren hat. Die sich niemals verstanden fühlt und natürlich sehr unter dem Verlust ihres Familienmitglieds leidet. Nach dem tragischen Unfall versucht sie ihr Leben wieder halbwegs in den Griff zu bekommen, was selbstverständlich mit vielen Hindernissen verbunden ist.

Leo atmet noch, sein Herz schlägt nicht, und sie wollen ihn aufschneiden, um irgendjemanden anderen zu retten? – S 44

Auf der anderen Seite ist wiederum Johnny, welcher mit dem Erhalten seines neuen Herzens ein neues Leben beginnen kann. Endlich frei von der Beatmungsmaschine, frei von all den Lasten des Krankenhaus, frei von seinem alten Leben, als er noch krank war. Nun kann er die Luft in seinen Haaren spüren, Freunde finden und zur Schule gehen! So landet man als Leser anfangs etwas in der Zwickmühle. Einerseits freut man sich natürlich für Johnny und seine Chance auf ein normales Leben, andererseits war der Tod eines geliebten Menschen dafür notwendig…

Und gleichzeitig verusche ich nicht daran zu denken, weil ich die Antwort eh nicht wissen darf. Wer auch immer er war, ich schulde ihm alles.  – S 61

Doch das ist das, meiner Meinung nach, wirklich zauberhafte an dem Buch. Der Tod von Nias Bruder wird nicht verherlicht und als „gute Tat“ abgestempelt, Nia wird nicht in den Hintergrund gerückt. Nein, es geht sowohl um Johnny als auch Nia, welche beide so gut wie möglich versuchen mit der neuen Lebenssitutation zurecht zu kommen.

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Auch wenn ich schon ein bisschen über die Figuren der Geschichte gesprochen habe, möchte ich sie doch noch einmal extra erwähnen. Zuerst wäre da einmal Johnny, welcher mir von anfang an sympatisch war. Man lernt ihn in seinem Krankenhaus-Alltag kennen, immer von einer Maschine abhängig und langsam, in immer größer werdenden Schritten, beginnt er an seiner erhofften Rettung zu zweifeln. Umso schöner natürlich, als er erfährt, dass ein neues Spenderherz für ihn „angekommen“ ist. Von da an lernt man einen neuen Johnny kennen, wie er sich auch gerne selbst nennt, und das in all seinen Fasetten und Formen. Wie beginnt man sein neues Leben? Mit dieser Frage beginnt Johnnys Leben von Neuem…

Wie oft bekommt man die Chance, eine brandneue Version von sich selbst zu erschaffen? Wo fängt man überhaupt an? – S 81

Dann wäre da noch Nia, die Schwester des Herzspenders, welche auch auf ihre eigene Art gerade damit zu kämpfen hat ein neues Ich zu erschaffen, nur leider unfreiwillig. Anders als Johnny wollte sie diese Veränderung nicht, wollte nicht ohne ihren Bruder leben und doch ist es nun Realität für sie geworden. Nia lernt man als eine eher unselbstbewusste und schüchterne Persönlichkeit kennen, welche immer im Schatten ihres Bruders gelebt hat. Doch was, wenn der Schatten nicht mehr da ist? Muss man sich dann unbedingt der Sonne aussetzen?

Nun möchte ich noch kurz auf meinen mikroskopisch kleinen Minuspunkt eingehen, den ich leider auszusetzen habe, wobei mir gerade in diesem Moment auffällt, dass dieser wohl einen Spoiler beinhaltet und ich deshalb nicht näher darauf eingehen kann. Ich versuche es einmal in anderen Worten: Also, im kleinen Büchlein wird eine Storyline aufgeriffen, welche ich nicht 100% notwendig finde. Mit all den anderen Dingen, die gerade passieren und die dadurch entstehende Verwirrung sowohl körperlich als auch psychsich würde auch gut ohne dem auskommen, wenn nicht sogar besser.

Fazit

Nur mit meinem Innenleben hatte ich zu kämpfen. Weshalb ich mich fragte, ob wir vielleicht alle eine Fassade aufsetzen und vorgaben, es ginge uns gut, damit sich die Leute um uns herum keine Sorgen machten. – S96

Um nun endlich zu einem Schluss zu kommen kann ich euch nur sagen, dass es sich bei „Für immer und einem Herzschlag“ um ein ausgesprochen schönes Büchlein handelt. Ich möchte euch nur ans Herz legen, dass Buch nicht als Zwischendurch-Lektüre lesen, da ihr euch wirklich auf die Geschichte einlassen solltet ♥

Lieblingsbeiträge

So, und schon sind wir wieder bei meinen Lieblingsbeiträgen gelandet ❥ Der erste Beitrag ist von der lieben Aurelia Night. Und ich kann auch nicht viel zu diesem wunderschönen Beitrag sagen, außer das ihr unbedingt einmal vorbei schauen. Ich gebe euch einen kurzen Einblick:

3 Tage ist es her, dass ich das Buch beendet habe.
3 Tage, in denen ich versucht habe das Gelesene zu verdauen, um euch meine Meinung geben zu können.

Und da kommt auch schon der nächste Beitrag und zwar von dem Blog Streifis Bücherkiste, welchen ich heute entdeckt haben. Schaut einmal vorbei, der kleine Blog befindent sich noch in seinen Anfängen und würde sich über ein bisschen Liebe sicher freuen.

Trotz des schwierigen Themas gelingt es der Autorin jedoch auch die Normalität eines Teenagerlebens darzustellen. Obwohl beide ein ziemliches Päckchen zu tragen haben, machen sie sich Gedanken um Liebe und um ihr Aussehen bei einem Date.

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Der letzte Beitrag zu dem süßen Büchlein ist von der lieben Giang, welche wirklich einen zauberhaften Blog hat! In ihrem Beitrag schreibt sie auch über das schwere Thema der Transplantationsmedizin und ist auch, scheint es mir, begeistert von dem Buch.

Der Schreibstil ist so wunderschön, so bildhaft. Wie die Autorin mit der Thematik umgeht und sie in die Geschichte einarbeitet, ist nicht zu toppen. Die Erzählung ist so authentisch, sie riss mich förmlich nur so mit und die Emotionen gingen von den Protagonisten auf mich über wie ein Zauber.

Allgemeines

Autor: Tamsyn Murray
Seitenanzahl: 365
Verlag: Thienemann-Esslinger

Danke fürs Lesen!
Lilli

 

 

 

 

 

 

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4 Antworten auf “[Rezension] Für immer und einen Herzschlag | Tamsyn Murray”

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