[Rezension] Worte, die leuchten wie Sterne | Birgid Kemmerer

Hallihallo ihr lieben Booktastics☀︎!
Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das mich in vielen Facetten berührt hat, das mich so verwirrt, wie es mich begeistert. Aber wartet ab. Zuerst einmal möchte ich mich bei Netgalley und Harper Collins bedanken, dass mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt worden ist.

Inhalt

Ich kenne ihn nicht wirklich, aber ich habe ihn bemerkt, so wie Außenseiter einander immer bemerken. (S. 21)

Emma und Rev sind so verschieden und doch gleich. Beide haben sie mit ihren Problemen zu kämpfen, beide werden sie von diesen fast um den Verstand gebracht. Und als sie sich zufällig vor einer Kirche kennenlernen, beginnen sie sich Geheimnisse anzuvertrauen, die sie niemandem sonst erzählen könnten. Weil es niemand verstehen würde. Nicht ihre besten Freunde. Nicht ihre Eltern. Niemand. Emma ist leidenschaftliche Gamerin, kann so vor der Realität flüchten, doch ihre Mutter will von ihr, dass sie mit dem Gaming aufhört, ein reguläres Leben führt, normal ist. Und Rev? Rev bekommt seit neuestem Briefe von seinem Vater. Seinem Vater, der ihn seine gesamte Kindheit lang gequält hat. Aber wie kann er nun eine Autorität bezweifeln, der er so viele Jahre lang vertraut hat? Beide sind kaputt. Wissen in ihrem Leben nicht mehr aufzustehen. Und doch müssen sie es gemeinsam versuchen. Seite an Seite. Können sie es schaffen?

Meine Gedanken

Ich gebe Worte, die leuchten wie Sterne von Birgid Kemmerer 3,5 von 5 Sternen.

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Leute, ich bin von diesem Büchlein verwirrt. Ich habe so viel Positives und gleichzeitig Negatives auszusetzen, dass ich hier bis Übermorgen schreiben werde, aber wartet ab (: Von Birgid Kemmerer habe ich bis dato noch kein Buch gelesen, allerdings ist die Geschichte von Rev nur der zweite Teil einer Reihe. In Teil 1 geht es um Declan, Revs besten Freund, wie ich auch erst in der Danksagung erfahren habe. Aber keine Sorge, beide Bücher lassen sich problemlos unabhängig voneinander lesen. Bezaubert hat mich dieses wunderschöne Cover, so bin ich auf die Geschichte aufmerksam geworden. Und fand die Idee mit Em, der Gamerin, und Rev, dem Geheimnisvollen, ganz interessant. Ich muss zugeben, ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem Gaming einen so großen Stellenwert eingenommen hat und kann diesen Hype um ehrlich zu sein nicht nachvollziehen, aber dazu später mehr.

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Zuerst einmal möchte ich ein paar Worte zu den Protagonisten sagen, also Emma und Rev. Wie ich sie fand? Keine Ahnung. Einerseits fand ich sie sehr liebevoll dargestellt, beide auf keinen Fall perfekt und doch liebenswert, aber ganz ehrlich? Ich fand es sehr ernüchternd, dass beide Menschen nur durch ihre Probleme charakterisiert wurden. Nie wurden diese außen vor gelassen. So war Em immer die leidenschaftliche Gamerin, das ist ihre Persönlichkeit und alles andere richtet sich danach. In den wenigsten Momenten ist Emma glücklich, meistens muss sie mit ihren trübsalblasenden Gefühlen klarkommen. Denn für Em ist die Welt etwas anders definiert: Ihre Mutter hasst sie, weil diese das Mädchen davon überzeugen will, dass Gaming auch Schattenseiten hat. Ihr Vater ist ihr großes Vorbild, auch wenn sie ihm nichts von ihrem wahren Talent offenbaren will. Und ihre beste Freundin ist für sie nicht mehr das, was sie einmal war, weil sie im Gegensatz zu ihr ein perfektes Leben lebt. Seht ihr, was ich meine? Emma steht sich irgendwie oft selbst im Weg.

„Weil Gewalt in meinen Genen liegt. Weil ich nicht richtig im Kopf bin. Weil ich eine Gefahr für alle um mich herum bin. Eine tickende Zeitbombe. (Rev, S. 158)

Da fand ich Rev schon eine viel interessantere Figur. Sein Leben lang wurde er von seinem Vater schlecht behandelt, geschlagen, und das alles aus einem ganz speziellen Grund, den ihr aber selbst herausfinden müsst. Doch seit dem Rev Briefe von seinem Vater bekommt, ist er nicht mehr derselbe. Er macht sich Sorgen, dass er später genauso gewaltbereit, wie sein alter Herr wird. Er stellt plötzlich alles in Frage. Ist das Leben, das ich hier führe überhaupt das richtige? Denn Rev ist nachdem er seinem Vater weggenommen wurde, zu einer Pflegefamilie gekommen. Oder hatte mein Leben doch Recht? Wie kann man alles verleugnen, dass einem sein Leben lang eingetrichtert wurde? Genau. Das ist gar nicht möglich. Und mit diesen Problemen hat Rev zu kämpfen. Weiß nicht mehr, ob er vor oder zurück gehen soll, links oder rechts. Doch wer wird ihm in dieser schwierigen Phase tatsächlich zur Seite stehen? Und wem wird er sich anvertrauen?

„Ich muss mich entschuldigen. Aber ich weiß nicht, wie ich mich für das entschuldigen soll, was ich bin.“ (S. 122)

Und obwohl Rev und Em so unterschiedliche Charaktere sind, was ich auch sehr interessant fand, legen sich durchaus einige Parallelen in ihrem Leben. Beide bringen es nicht übers Herz, ihrer Familie zu vertrauen. Diese in ihre Probleme einzuweihen. Und noch dazu haben beide mit ihren besten Freunden Streit, haben sich von diesen distanziert. Und so vertrauen sie einander Probleme an, einer eigentlich völlig fremden Person.

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Ich muss ehrlich sagen, ansonsten fand ich die Beziehung von Rev und Em aber eher langweilig. Da war kein Prickeln, keine Momente, die einen zum Schreien bringen konnten. Ganz im Gegenteil, mir kam es eher so vor, als hätten sie die ganze Zeit Zoff und würden sich eher gegenseitig im Weg stehen.

„Ja. Ich bin einsam. Ich habe das letzte Jahr quasi ausschließlich in meinem Zimmer verbracht. Ich bin die ganze Nacht über online. Die Leute mit denen ich wirklich rede, sind die beim Gaming.“ (S. 169)

Jetzt möchte ich aber zu einem Thema kommen, weswegen mir das Buch doch so einiges an Nachdenkstoff bieten konnte. Anfangs dachte ich eigentlich, die Geschichte würde mich nicht beschäftigen, aber jetzt – etwa ein Monat nachdem ich das Buch gelesen habe – ertappe ich mich immer noch hin und wieder über das Geschriebene nachzudenken. Das Thema Gaming war auch so vielen verschiedenen Sichtweisen beleuchtet für mich völlig neu. Klar, auch Gaming ist ein Hobby und es gibt Leute, die es leidenschaftlich gerne betreiben und auch wirklich talentiert sind. Trotzdem kommt es mir oft ein wenig wie Zeitverschwendung vor. Außerdem denke ich beim Thema Gaming oft an Spiele, die Gewalt in solch einer exzessiven Form verherrlichen, das mir nur beim darüber Nachdenken ein kalter Schauer über den Rücken läuft. Und trotzdem gibt es unglaublich viele Leute, die es begeistert. Warum also?

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Ich habe viel über diese Frage nachgedacht und bin um ehrlich zu sein zu keinem Schluss gekommen. Emma lebt in diesen fiktionalen Welten. Diese sind ihr eigentlich lieber als die reale. Gut, Gaming ist also eine Art Realitätsflucht, wobei ich an dieser Stelle fair bleiben möchte und zugeben muss, dass auch Lesen durchaus der Tagträumerei gleicht. Ansonsten kam mir Emma aber eher so vor, als nehme sie ihren Vater als großes Vorbild und liebt deswegen das Programmieren.

Dad hat eine Mitarbeiterin, die noch viel schlimmere Sachen erlebt. Todesdrohungen. Vergewaltigungdrohungen. In der Branche geht es rabiat zu. Ich muss jetzt lernen, damit umzugehen, wenn ich das später beruflich machen will. (S. 33)

Und obwohl Emma ein begeisterter Fan ist, werden im Buch auch die Schattenseiten des Gamings angesprochen, das fand ich besonders gut. Immerhin kommuniziert man in vielen Onlinespielen mit wildfremden Leuten, über die man nichts weiß und denen man folglich auch nicht vertrauen darf. Sonst könnte das Böse enden …

Fazit

Falls es so was wie Schicksal gibt, dann hat es mir vielleicht auf diese Weise den Wink gegeben, mich selbst um mein Glück zu kümmern. (S. 54)

„Worte, die leuchten wie Sterne“ ist ein durchaus empfehlenswertes Buch, möchte man sich mit dem Thema Gaming näher auseinandersetzen. Vor allem die Protagonisten, also Em und Rev, sind in ihrer Persönlichkeit so unterschiedlich, was die Geschichte aber durchaus spannend macht. Ansonsten kann ich noch die Nebencharaktere loben. Einige wurden auch hier mit viel liebe zum Detail ausgearbeitet, sodass man sie binnen kürzester Zeit sehr sympathisch fand.

Lieblingsbeiträge

Na ja, nach dem ich das Internet eine halbe Ewigkeit durchforstet habe (liegt es an mir?), musste ich leider feststellen, dass es noch keine weiteren Rezensionen auf WordPress zu diesem Büchlein gibt.

Allgemeines

Autor: Birgid Kemmerer
Seitenanzahl: 368
Verlag: Harper Collins

 

 

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